was bisher geschah...

BlogStars

Samstag, 4. September 2010

postheadericon Märchenhaft

Schwerin ist von der Marzipanstadt nicht weit entfernt. Eine Autostunde, um einigermaßen genau zu sein. Plakate wiesen mich schon seit Wochen auf eine Veranstaltung unter dem Motto "Gartenromantik" hin, die quasi den Abschluss des Schweriner Gartensommers bildet. Obwohl ich ein großer Gartenfan bin und soooooooo gern selbst einen eigenen hätte, haben wir die großartige Blütenpracht des Schweriner Sommers leider versäumt.

Es ist der Geburtstag meines Engels, den wir nicht eingepfercht in unserer Wohnung verbringen wollen. Nach dem Frühstück entschließen wir uns daher, Schwerin unseren ersten Besuch überhaupt abzustatten, um einen romantisch-botanischen Tag zu zweit zu verbringen. Unterwegs begegnen uns herausgeputzte Dörfer, deren Bewohner bekleidete Strohpuppen an die neue Straße gestellt haben. Ein Stück weiter grinst uns ein großes Strohschwein zu. Offenbar ist hier etwas im Busch, das entfernt an ein Erntedankfest erinnert, wenngleich es dafür eigentlich noch zu früh ist. Das ganze Dorf scheint auf den Beinen zu sein.

Nach einer Stunde erreichen wir Schwerin. Ich bin noch nie dort gewesen. Zunächst sieht es aus, wie jede andere Stadt auch: Eine große Straße liefert den Fernverkehr an, gesäumt von mal mehr und mal weniger uralten Häusern, dazwischen Autos ohne Ende und Verkehrsschilder, die einem die Sicht nehmen. Aber dann entdecke ich eine Straßenbahn, die aus einer der Seitenstraßen um die Ecke biegt, und sofort steigt die Stadt auf meiner Interessantheits-Skala mächtig an. Straßenbahnen faszinieren mich ungemein. Nicht technisch gesehen, natürlich, aber aus unerklärlich nostalgischen Gründen. Sie verbinden funktionale, moderne Städte mit der "guten alten Zeit", die ich zwar nicht miterlebt habe, die aber in meiner Phantasie stets etwas Strahlendes, etwas Goldenes verströmt. Dieser Eindruck wurde durch das helle Sonnenlicht verstärkt, dass die Stadt und seine historische Architektur mit etwas Märchenhaftem übergoss.

Die Straßenbahn, die auf Rasen zu fahren scheint, führt uns direkt zum Schloss, das mit seinen verspielten Türmchen und Zinnen am Schweriner See aufragt. Dort liegt das Ziel unseres heutigen Ausflugs, und so manövrieren wir unser blaues Auto auf einen der zahlreichen Parkplätze und machen uns auf die Socken. Je näher wir dem Schloss kommen, desto mehr erinnert es an ein Märchenschloss und fast erwarten wir einen Drachen, tief unten im Verließ, der einen sagenumwobenen Schatz bewacht oder königliche Reiter, die an uns vorbei über die Brücke preschen.


Aber die Reiter sind Fahrradtaxen und das Schloss beherbergt keine Königsfamilie sondern den mecklenburgischen Landtag. Und so beginnen wir zunächst mit einer Runde um das Schloss, um die vielen Winkel und Spielereien zu betrachten und die kleinen Gärten zu bewundern, die liebevoll gestaltet und auf mehreren Ebenen in das Schlossgelände arrangiert worden sind. Da das Schloss selbst auf einer Insel liegt, ist das Areal trotz seiner Größe doch irgendwann begrenzt, und als wir uns den eigentlichen Schlossgarten ansehen wollen, stellen wir enttäuscht fest, dass das Gelände zugunsten einer Veranstaltung eintrittspflichtig abgesperrt ist. Da sich hinter der Absperrung mittelalterliche Aufführungen verbergen, die heute nicht unser Interesse finden, drehen wir einfach noch eine Runde um das Schloss, essen ein Eis und beobachten eine Braut, die die historische Kulisse für das Hochzeitsfoto ausgewählt hat.

Als die Sonne sich allmählich in die Hände dicker Wolken begibt, die hinter dem Schloss aufgezogen sind, machen wir uns langsam auf den Rückweg, bewundern noch einmal die Straßenbahn und sind bald wieder zurück in der Marzipanstadt. An unseren runden Füßen können wir spüren, dass wir tagsüber doch ein ganzes Stück gelaufen sind und sinken - flankiert von zwei schnurrenden Katern - erschöpft auf die rote Couch.


Mittwoch, 25. August 2010

postheadericon Phönixgrün

Normalerweise schreibe ich lieber nichts, als einen Eintrag über das Wetter, wenn nichts interessanteres passiert ist. Aber diesmal hat das Wetter einen sehr angenehmen Effekt...

Wir alle erinnern uns trotz des aktuellen Aprilwetters noch an die ausdauernde Hitze, ja sogar Dürreperiode, die nicht nur unser Land über Wochen in einen Glutofen verwandelt hatte. Kilometerlange Staus auf den Autobahnen zum Strand, überhitzte Bahnreisende und Waldbrände, die russische Atomkraftwerke bedrohen. Nach einiger Zeit haben wir aufgehört, den Rasen hinter dem Haus zu wässern, weil wir nicht mehr gegen die sengende Sonne ankamen. In der Folge verwandelte sich das Gras und bald darauf selbst das widerspenstigste Unkraut überall in verdörrte braune Strunken. Tagsüber ließen wir alle Rollos und Jalousien geschlossen, damit sich unser Heim nicht so aufheizt. Selbst die beiden Kater vermieden zu der Zeit jede unnötige Bewegung.

Aber irgendwann schoben sich rettende dunkle Wolken vor die Sonne und nach ein paar Tagen Anlaufzeit begannen sie damit, die verbrannte Erde mit Regen zu begießen. Zuerst nur wenig, aber dann mehr und mehr. Unsere Straße verwandelte sich in einen reißenden Strom, der Dank funktionierender Kanalisation schnell abfließen konnte. Und nur eine, vielleicht anderthalb Wochen später, als ich wie jeden Morgen auf dem Arbeitsweg am Stadtpark vorüberradelte, konnte ich es sehen: Dort, wo zuvor die Sonne das Gras verbrannt hatte, sprossen überall frische Grashalme aus dem gewässerten Boden. Das Gras bedeckte auf einmal wieder den ganzen Parkboden wie ein leuchtender, grüner Teppich. Frühling - mitten im Sommer!


Samstag, 14. August 2010

postheadericon Cineastische Naherholung

Ich war mal wieder im Kino. Gestern Nachmittag, nach einem stressigen, wenn auch kurzen Arbeitstag, schwang ich mich hinter das Steuer meines blauen Autos und fuhr nach Hamburg. Die Stadt ist quasi so etwas wie mein Wahl-Naherholungs-Ort, und weil ich mich ständig erholen muss, bin ich dort ständig zu Gast.

Die Autobahn war erstaunlich frei, nicht einmal die drei langen Baustellen sorgten für nennenswerte Behinderungen (jedenfalls nicht in meiner Richtung). Und so kam ich etwas früher als verabredet bei meinen Freunden in Ohlsdorf an. Nur wenig später kam auch mein Freund dazu, der ganz in der Nähe arbeitet. Bis zum Filmstart hatten wir noch so viel Zeit, dass wir einen frischen Pizzaboden mit allerlei Köstlichkeiten belegen, backen und auch noch verspeisen konnten. Na gut, zuletzt mussten wir uns schon ein wenig sputen und so eilten wir schnellen Schrittes zur U-Bahn-Station und lösten ein Gruppenticket.

Das Kino war gut besucht, und erst die Snackstände! Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis ich meine überteuerten aber obligatorischen M&Ms in Händen hielt. So präpariert suchten wir uns den hübschesten Ticket-Reißer und gleich darauf unsere Plätze. Wir hatten bereits zehn Minuten der Werbung versäumt und schoben uns im Halb- bis Ganzdunkel durch unsere Sitzreihe, um unsere Plätze ganz in der Mitte einzunehmen.

Der Film hat mich ziemlich überrascht. Ich hatte zuvor von diversen Leuten gehört, der Film sei der Hammer. Er wurde sogar so hoch gelobt, dass ich mir Sorgen um meine Objektivität machte und versuchte, meine Erwartungen herunter zu schrauben (was natürlich nicht wirklich funktioniert). Viele haben den Film bereits zwei oder drei Mal gesehen, und das werde ich wohl auch tun (zumindest ein zweites Mal). Der Film hat mir trotz meiner hohen Erwartungen und trotz DiCaprio (ich mag ihn nicht besonders) sehr gut gefallen. Man muss die ganze Zeit sehr aufpassen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Um die vielen, vielen Details und verwobenen Handlungen nachvollziehen und verstehen zu können, bietet sich tatsächlich ein weiterer Besuch an. Der Film hat Überlänge und eine Pause mittendrin. (Ich bin übrigens dafür, dass nach einer Pause die letzten zweidrei Minuten des Films wiederholt werden, damit man sich an das erinnert, was zuletzt passiert ist.)

Das Ende hat mir besonders gut gefallen und hat hier und dort Szenenapplaus bekommen. Wer während des Films aufgepasst hat, erwartet in der letzten Szene die Auflösung einer zentralen Frage...... Sehr empfehlenswerter Film mit Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Lewitt (Latter Days), Ellen Page (Juno), Cillian Murphy (Batman Begins) und Michael Caine.


Dienstag, 10. August 2010

postheadericon Filmstars

Durch einen australischen Blogstar wurde ich heute auf einen Film aufmerksam, der hierzulande wohl am 26. August starten soll: Ich & Orson Welles. Es handelt sich einmal mehr um eine klassische Geschichte über ebenso klassische Theater-Liebe. Aber gerade diese klassischen Themen begeisterten mich in diesem Jahr im Kino am meisten. Dieser hier hat feel-good-Potenzial:



Der Film spielt in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Christian McKay spielt den aufstrebenden Theater-Mogul Orson Welles, der das schauspielerische Talent des jungen Richard (gespielt von Zac Efron) entdeckt. Tja, ehrlich gesagt wollte ich mir die Geschichte nicht vorwegnehmen und habe deshalb keine Ahnung, worum genau es geht. Aber für einen ersten Eindruck reicht ja der Trailer. Den Film werde ich mir auf jeden Fall ansehen.


Guckloch

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